20.06.2017 / Agenda Favoriten

Wir lernen erste Hilfe für unsere Kinder

Am 14. Juni lud die Gruppe BABY-Treff in Kooperation mit der WIG zu einem Erste-Hilfe Kurs für Babys und Kleinkinder ein. Dieser Einladung folgten insgesamt 20 Eltern und auch viele Kinder waren mit dabei. Der Kurs, veranstaltet vom Roten Kreuz, war sehr informativ und die TeilnehmerInnen haben viel gelernt. Von der Rettungskette bis zur detaillierten Beschreibung der einzelnen Erste Hilfe Maßnahmen wurde vom Kursleiter Erwin Hörack alles erklärt was in einer Notsituation helfen kann Leben zu retten. Auch die Basismaßnahmen bei einem Notfall sind immer sehr Hilfreich zu wissen.

 

Nach einer kurzen Einführung zur Rettungskette und Notruf allgemein wurden die Themen behandelt, die unsere TeilnehmerInnen besonders interessierten: Verschlucken, Sonnenstich und Hitzeschlag, Insektenstiche und allergische Reaktionen, Krämpfe (Fieberkrampf und Epilepsie), Kollaps, Verletzungen und das Schreckensthema für alle Eltern der plötzliche Kindstod. Es durften im Anschluss auch alle Eltern an der Baby-Beatmungspuppe üben.

 

Notruf Nummern:

Rettung               144

Polizei                  133

Feuerwehr         122

Ärztenotdienst 141

 

Tipps aus dem Erste-Hilfe Kurs:

Sonnenstich/Hitzeschlag:

Sofort aus der Sonne gehen, kühlen Schattenplatz aufsuchen. Geben Sie dem Kind Wasser und verwenden Sie kühle Umschläge für den Kopf.

 

Insektenstiche/allergische Reaktionen:

Vor allem im Hals Rachen Bereich gefährlich – auf jeden Fall Notruf wählen! Immer kühlen z.B. mit nassem Handtuch oder Eiswürfel in Handtuch eingewickelt. Eis zum Lutschen geben – NICHT eine große Menge kaltes Wasser trinken, nur schluckweise.

 

Verletzungen und Wunden:

Verbrennungen mit LAUWARMEN (nicht kaltem) Wasser kühlen – kaltes Wasser führt bei der verbrannten Haut zu Erfrierungen!

Prellungen: Bei Stürzen auf den Kopf immer ins Spital um eine Gehirnerschütterung oder schwerere Verletzungen auszuschließen.

Offene Wunden: Bei klaffenden oder verschmutzen Wunden und Tierbissen immer zum Arzt oder ins Spital gehen. Immer ruhig bleiben – es sieht meistens nach mehr Blut aus als es tatsächlich ist.

Starke Blutungen: Drücken Sie fest auf die Wunde und halten Sie die verletzte Stelle erhöht (über dem Niveau vom Herz). Rufen Sie die Rettung.

 

Verschlucken:

Am besten ist es die Kinder in Bauchlage auf den Schoß zu nehmen und fest mit der flachen Hand zwischen die Schulterblätter zu klopfen. Hat sich der Fremdkörper nach 5 Schlägen nicht gelöst kann der Heimlich-Handgriff eingesetzt werden. Sollte auch das nicht helfen, kann eine Beatmung den Fremdkörper lösen. In diesem Fall unbedingt ins Spital fahren, da die Luftröhre und Bronchien auf den Fremdkörper überprüft werden müssen.

 

Krampfanfälle:

Besonders wichtig ist bei einem Krampfanfall NIEMALS die Person festhalten. Das kann zu schweren Verletzungen führen. Rufen Sie den Notruf und entfernen Sie Gegenstände mit denen sich das Kind beim Krampfanfall verletzen könnte (Tisch, Sessel etc.).

Bei Fieberkrampf hilft es das Kind leicht zu kühlen – oft reicht es schon es auszuziehen oder ein kühler Waschlappen auf die Stirn.

 

Kollaps und Bewusstlosigkeit:

Bei einem Kollaps bekommt das Gehirn für kurze Zeit keinen Sauerstoff. Erste Maßnahme: Beine hochlegen um den Blutdruck im Gehirn zu erhöhen und es wieder mit Sauerstoff zu versorgen.

Sollte die Person nicht gleich aufwachen handelt es sich um eine Bewusstlosigkeit. In diesem Fall sofort die Rettung rufen und in die stabile Seitenlage bringen. Bei Babys kann man die Bauch-Seitenlage anwenden: mit zwei Fingern am Kinn den Kopf stabilisieren und das Kind an die Brust nehmen (siehe Foto).

 

Plötzlicher Kindstod:

Der plötzliche Kindstod ist extrem selten. Das Kind hört dabei auf zu atmen. Er tritt zwischen 0-6 Monaten auf, kann aber bis zum 18. Monat vorkommen. Es passiert meistens zwischen zwei und vier Uhr Nachts. Tipp: Überhitzung vermeiden – Zimmertemperatur auf ca. 18 Grad halten.

Was tun?

Das Kind hochnehmen, ansprechen, bewegen – oft setzt durch diesen Reiz die Atmung wieder ein.

Wenn das Kind nicht reagiert:

Sofort die Rettung rufen – am besten eine zweite Person darum bitten damit man die Wiederbelebung so schnell wie möglich beginnen kann.

 

Wiederbelebung:

Atemkontrolle und Notfallcheck – wenn für 10 Sekunden keine Atmung wahrnehmbar ist

5 Initialbeatmungen – können die Atmung des Kindes wieder anregen – wenn nicht

Herzdruckmassage (30x) –mit zwei Fingern in der Mitte des Brustkorbes, ca. 3-4 cm in den Brustkorb drücken, ca. 140 Mal in der Minute. Wenn Sie zu schnell drücken, kann sich das Herz nicht mit Blut füllen. Stellen Sie sich das Lied „Staying alive“ oder den Radetzkymarsch vor. Das hilft um den richtigen Rhythmus zu finden und zu halten.

Beatmen (2x)

Wenn möglich, wechseln Sie sich nach 2-3 Minuten mit einer anderen Person ab.

Machen Sie so lange weiter bis die Rettung kommt! Im Zweifelsfall IMMER eine Wiederbelebung machen. Eine Person die wiederbelebt wird, hat die Chance gerettet zu werden.

Hier finden Sie eine Zusammenfassung der Wiederbelebungsmaßnahmen bei Kleinkindern (Link vom Deutschen Roten Kreuz).

 

Es wurden auch viele brennende Fragen der Eltern beantwortet wie zum Beispiel:

Ich traue mich nicht zu helfen, weil ich Angst habe, dass ich es schlimmer mache. Was passiert wenn ich etwas falsch mache?

Ersthelfer können nichts falsch machen solange sie etwas tun! Es gibt dazu rechtliche Grundlagen, die Ersthelfer schützen.

Wann darf ich den Notruf anrufen?

Im Zweifelsfall immer den Notruf wählen. Und Ruhe bewahren. Sobald Sie Ihren Standort bekanntgegeben haben und was passiert ist, wird sofort ein Rettungswagen oder Hubschrauber und oft auch die Feuerwehr und Polizei geschickt. Bitte bleiben Sie immer am Telefon und gehen Sie nicht weg wenn die Rettung kommt.

 

Weitere Hinweise und Tipps, damit Sie sich sicherer fühlen:

Lebensretter App

Hierbei handelt es sich um ein First Responder System mit dem alle Helfer (Rettungssanitäter etc.) im Umkreis von 500 m auch privat verständigt werden. Diese können dann innerhalb kürzester Zeit vor Ort sein und helfen. Dazu ist wichtig, dass Sie immer ihren Standort bei einem Notruf angeben.

Allgemeine Erste-Hilfe Tipps vom Roten Kreuz.

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